Seit vielen Jahren arbeiten wir in unseren internen Softwareentwicklungs-Projekten nach einer agilen Methodik. Auch wenn wir nicht weit von Scrum weg waren, hat die kürzlich vollzogene, vollständige Scrum-Adaption noch einmal einen messbaren Vorteil gebracht.
Grundlage war bisher Der Pragmatische Programmierer. Das Buch haben wir sogar selbst für den Hanser-Verlag übersetzt, weil es unsere Vorgehensweise so gut wieder gab. Gesunder Menschenverstand ist die Basis vom Pragmatischen Programmieren und auch von Scrum.
Weil wir aber viele parallel laufende Software-Projekte entwickeln und auch weiterhin extrem schnell auf Kundenanforderungen reagieren wollen (und müssen), haben wir nicht schon vor Jahren auf Scrum umgestellt. Inzwischen sind die Softwareprojekte größer geworden und sechs ObjectFab-Mitarbeiter sind zertifizierte Scrum Master (!). Es lag nahe, Scrum endlich eine Chance zu geben.
Wir haben uns für eine Sprint-Länge von derzeit nur einer Woche entschieden, wir packen alle Projekte zusammen in einen Sprint und wir lassen zwischen 10 und 25% Raum für Sofort-Aufgaben aus dem produktiven Betrieb (oft kann man ja schon vorher einschätzen, ob eine der Anwendungen in der kommenden Woche einen Besucheransturm erwartet).
Das Ergebnis nach zwei Monaten hat uns in seiner Deutlichkeit dann doch überrascht. Die wenigen, aber sehr konkreten Rollen in Scrum (Product Owner, Scrum Master und Team) und insbesondere das Timeboxing bringen auch in unsererm, schon lange agil entwickelnden Team noch Vorteile, die wir so nicht erwartet hätten. Die Softwareentwicklung wird noch zielgerichteter, denn die Kontextwechsel nehmen ab. Der ständig sichtbare "Plan" schränkt die Freiheit der Entwickler auch nicht unangemessen ein. Und das Wissen über Details einzelner Projekte wird besser im Team verbreitet. Bei all dem verlieren wir auch nicht die Fähigkeit, schnell auf Kundenanforderungen zu reagieren. Schnelles Reagieren betrachten wir (und unsere Kunden) als große Stärke unseres eingespielten Teams.
Das Engagement jedes Einzelnen ist noch weiter gewachsen. Auch die Entscheidung, ein vergleichsweise junges Teammitglied mit der Rolle des Scrum Masters zu betrauen, hat sich ausgezahlt.
Alles in Allem: Wir möchten Scrum empfehlen und helfen gern und fundiert bei seiner Einführung auch in Ihrem Unternehmen. Die Investition, sechs Mitarbeiter als Scrum Mastern zertifizieren zu lassen (auch wenn das im ersten Moment übertrieben schien), hat sich ausgezahlt und wir möchten Simon Roberts, unser aller Scrum Trainer, dafür danken.
Derzeit arbeiten wir daran, die Werkzeuge so anzupassen, dass sie noch besser zu unserem Vorgehen passen. Bitte sprechen Sie uns an, wenn Sie ähnliche Schritte gehen wollen. Die Chancen stehen gut, dass wir Ihnen etwas Arbeit abnehmen können.
